Aufzucht in verschiedenfarbigen Hälterinnen @Jessica Bathe-Peters
Im Rahmen des Projekts etablierte Methoden zur Aufzucht von Jungstören weiterentwickelt, um eine artgerechte und praxisnahe Aufzucht sicherzustellen. Die Ermittlung von Farbpräferenz und Substratwahl, dient dazu, die artspezifischen Bedürfnisse der Störe besser zu verstehen und die Haltungs- sowie Managementstrategien gezielt anzupassen. Ziel ist es, haltungsbedingten Stress und damit verbunden Selektion zu minimieren, um die Überlebenswahrscheinlichkeit der Tiere nach dem Besatz zu erhöhen, indem die Aufzucht bezüglich Wachstum und Vitalität sowie situationsgerechtem Verhalten nachhaltig verbessert wird.
Farbpräferenz von Jungtieren (A. oxyrinchus)
Es ist bekannt, dass Farbgebung ihrer Umgebung das Verhalten und potenziell auch das Wachstum von Fischen beeinflussen kann. Demnach z.B. Versuche an jungen Pfauenaugenbuntbarschen (Astronotus ocellatus) zeigten. Bei jungen chinesischen Stören (Acipenser sinensis) wurde eine klare Bevorzugung von weißem gegenüber schwarzem Substrat festgestellt. Baltische Störe zeigten in Tests eine klare Präferenz für graue und rote Beckenareale, die höhere Verweildauern im Vergleich zu schwarzen und blauen Arealen aufwiesen. In der anschließenden, dreimonatigen Aufzuchtphase konnten jedoch keine Effekte auf das Wachstum der Tiere zwischen blauen, schwarzen und grauen Rinnen ermittelt werden.
Substratpräferenz von Jungtieren (A. oxyrinchus)
Auch die Reaktion von Störlarven Larven auf unterschiedliche Substratstrukturen ist für die Stressvermeidung relevant. Ziel ist es, Substratstrukturen zu identifizieren, die von den frühen Lebensstadien präferiert werden, um eine Abschätzung verfügbarer Lebensräume im Besatzgewässer zu ermöglichen aber auch, um die Bedingungen in der Aufzucht an die Bedürfnisse der Larven anpassen zu können. So zeigt eine Studie beispielsweise, dass Dottersacklarven des Weißen Störs (Acipenser transmontanus) bei geeigneter Temperatur und Substrat eine bis zu 20% höhere Überlebensrate erreichen und zugleich mehr Speicherfette in der Leber aufweisen und die Fettsäurezusammensetzung von Substratangebot profitieren kann.
In der Haltung wurden Dottersacklarven in einem „endless Raceway“ mit 6 gleich großen Arealen mit Sand, Kies, und Steinen exponiert. Die Larven nutzten 3–5 Tage nach Schlupf mehrheitlich Kies und Steine. Die offenen Flächen wurden nur in sehr geringem Umfang angenommen.
Die Ergebnisse legen nahe, dass geeignetes Substrat eine Drift in ungünstige Habitate reduziert. Sand hingegen begünstigt erhöhte Mobilität und größere Driftstrecken. Damit hat Substratverfügbarkeit eine zentrale Rolle für Reproduktionserfolg und Rekrutierung (s. Crossmann & Hildebrand, 2012).
Aufzuchtsbecken